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Die Zahlen sind ernüchternd: Von Januar bis November 2023 sank die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,8 Prozent. Gleichzeitig fehlen in Deutschland 910.000 Sozialwohnungen. Diese Defizite machen sich inzwischen deutlich auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar.

Die aktuelle Wohnungsmarktstudie des Pestel-Instituts (Hannover) kritisiert ein staatliches Missmanagement bei der Wohnraumförderung. Die Studie wirft Bund und Ländern vor, die Förderung des sozialen Wohnungsbaus massiv vernachlässigt zu haben. Dadurch sei ein „dramatischer Mangel an sozialem Wohnraum in Deutschland“ entstanden: So fehlen nach Berechnungen der Wissenschaftler derzeit bundesweit mehr als 910.000 Sozialwohnungen.

Spitzenreiter bei den „Turbo-Mieten“ sei die bayerische Landeshauptstadt München. Hier lag die von den Job-Centern gezahlte Miete bei den Kosten der Unterkunft mit 19,20 Euro pro Quadratmeter rund 6,40 Euro – und damit genau 50 Prozent – über der Münchner Durchschnittsmiete. Die Studie zeigt, dass in besonders angespannten Wohnungsmärkten, in denen es an bezahlbaren Alternativen mangelt, der Staat bei der Übernahme der Kosten der Unterkunft überhöhte und damit deutlich überdurchschnittliche Mieten zahlt.

Darauf will die Bundesregierung nun reagieren. Bundesbauministerin Klara Geywitz kündigt an: „Insgesamt stehen für 2024 und 2025 jeweils eine Milliarde Euro zur Verfügung. Wir wollen ausschließlich Wohnungen des unteren und mittleren Preissegments fördern.“ Das ist immerhin ein erster Schritt.

Generell gilt: In Deutschland müssten deutlich mehr Wohnungen gebaut werden, um den aktuellen Engpass zu beseitigen. Doch die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind ernüchternd: Von Januar bis November 2023 wurden insgesamt 196.700 Wohnungen genehmigt. Das sind 28,8 Prozent oder 79.700 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser ging um mehr als ein Drittel zurück (-38,6 Prozent), bei Zweifamilienhäusern hat sich die Zahl der genehmigten Wohnungen sogar fast halbiert (-49,2 Prozent). Auch bei Mehrfamilienhäusern sank die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich um fast ein Viertel (-23,8 Prozent).

Mirko

Mirko ist der Inhaber von Mosenthin Immobilien und veröffentlicht regelmäßig Themen und Wissenswertes rund um Immobilien auf diesem Blog. Bei Fragen kommen Sie gerne auf mich zu!