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Erstmals seit fast dreißig Jahren ist der Anteil der Haushalte, die in ihren eigenen vier Wänden leben, in Deutschland rückläufig. Die Wohneigentumsquote lag 2018 nur noch bei 42 Prozent. Das ist – mit Ausnahme der Schweiz – der niedrigste Wert in ganz Europa.

Die niedrige Eigentumsquote gilt als Nachteil, denn die Bildung von Immobilieneigentum ist unter anderem eine wichtige Säule bei der Altersabsicherung. Inzwischen weist die Statistik sogar eine rückläufige Entwicklung aus: Im Jahr 2018 wohnten in Deutschland rund 42 Prozent aller Haushalte im Eigentum und damit ein Prozent weniger als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) durch das Berliner Forschungsinstitut empirica. 

Die geringe Eigentumsquote steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte der Bundesrepublik. In den 1980er Jahren stieg die Eigentumsquote im Westen noch regelmäßig. Der Erwerb einer eigenen Immobilie wurde in Ostdeutschland aber erst nach der Wiedervereinigung zu einer echten Option. Im Jahr 2018 lag die Wohneigentumsquote in Ostdeutschland mit gut 36 Prozent immer noch deutlich unter der im Westen mit knapp 45 Prozent.

Für ganz Deutschland gilt: Es fehlt an Nachwuchseigentümern. Der Anteil der 70- bis 79-Jährigen mit Wohneigentum ist in den vergangenen 20 Jahren kräftig gestiegen. Mit einer Wohneigentumsquote von 58 Prozent übertrifft diese Altergruppe alle anderen in Westdeutschland. Im Osten wohnen immerhin 36 Prozent der 70- bis 79-Jährigen im Eigentum, vor zwanzig Jahren waren es erst 15 Prozent. 

Die nachrückende Generation ist deutlich weniger erfolgreich bei der Wohneigentumsbildung. Im Jahr 2008 besaßen 34 Prozent der Ostdeutschen und 37 Prozent der Westdeutschen im Alter von 30 bis 39 Jahren Wohneigentum, zehn Jahre später galt dies nur noch für 25 beziehungsweise 30 Prozent in diesem Alter.

Maxim

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Maxim aus Ludwigsburg veröffentlicht regelmäßig Themen und Wissenswertes rund um Immobilien.